Sachverständigenbüro Nitz
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...aber unseren direkten Lebensraum nicht besiedeln.

Allgemeines über Schimmelpilze

Unser Leben bildet eine Symbiose mit einer Vielzahl von Schimmelpilzen. Täglich stehen wir mit ihnen im Kontakt. Bei Menschen mit einem intakten Immunsystem ist dieser Kontakt in der Regel unproblematisch. Bei Menschen mit schwächerem Immunsystem kann der Kontakt gesundheitliche Probleme hervorrufen. Um so wichtiger ist es, dass wir in unseren eigenen vier Wänden vor solchen Gefahren geschützt sind. Hierzu ist es notwendig, dass ein vernünftiges Wohnklima herrscht. Ein vernünftiges Verhältnis von relativer Luftfeuchte und Temperatur (auch auf den Wandoberflächen) muss gegeben sein. Denn: "Keine Feuchtigkeit heißt kein Schimmelpilzwachstum"! Hierzu berate ich Sie gerne.

 

Natürlich kann sich auch der Schimmelpilz aufgrund eindringender Feuchtigkeit in die Bausubstanz oder durch Leitungshavarien bilden. Hier ist dann richtiges Heizen und Lüften nicht mehr ausreichend.

 

Schimmelpilze können Materialien zerstören und durch ihre Stoffwechselprodukte gesundheitliche Beeinträchtigungen beim Menschen hervorrufen.

 

Schimmelpilze benötigen zur Auskeimung Feuchtigkeit. Manche mehr und manche weniger. Die Eigenschaften sind vielfältig. Manche habe ein sehr gutes Flugverhalten, manche nicht. Manche mögen niedrige Temperaturen, manche höhere usw. Die Frage, woher sie kommen, ist recht einfach zu beantworten. Sie sind einfach da, sie gehören zu unserem natürlichen Lebensraum. Sie werden durch Lüften, durch Menschen und Tiere etc. in die Wohnräume transportiert. Das war schon immer so und wird sich nicht ändern. Wir können nur die Auskeimung bzw. das Wachstum / die Vermehrung und die damit verbundene Stoffwechselproduktion verhindern.

 

Die Vermehrung von Schimmelpilzen geschied über die Sporenverbreitung. Weiter kann sich ein Schimmelpilz auch sexuell oder asexuell vermehren. Schimmelpilze besitzen einen echten Zellkern und eine feste, formgebende Zellwand. Sie haben keine Gliederung in Blatt, Spross und Wurzel und benötigen keine Fotosynthese. Durch die vielseitige Vermehrung sprechen Fachleute von schätzungsweise 300.000 Arten und mehr.

 

Wenn sich Schimmelpilze in unseren Wohnräumen gebildet haben, gibt es nur einen Weg: Sie müssen entfernt werden - fachgerecht! 

 

Das LandesGesundheitsAmt Baden-Wüttemberg hat dazu einen Leitfaden erstellt:         ”Schimmelpilze in Innenräumen - Nachweis, Bewertung, Qualitätsmangement"  vom 14.12.2001 (überarbeitet Dez. 2004), der viele Informationen zu diesem Thema beinhaltet.

 

Mittlerweile hat das Umwelt Bundesamt im Jahr 2017 einen guten Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden ausgearbeitet, wobei das Wort  "Entfernung" meiner Ansicht nach treffender wäre als "Sanierung". 

 

Dieser Leitfaden gliedert sich in sechs Kapitel.

  1. Grundsätzliches
  2. Wirkung von Schimmel auf Gesundheit des Menschen
  3. Ursachen für Schimmelwachstum in Gebäuden
  4. Vorbeugende Maßnahmen gegen Schimmelbefall
  5. Schimmelbefall erkennen, erfassen und bewerten
  6. Maßnahmen im Schadensfall

Die Schimmelpilze

Schimmelpilze besitzen einen echten Zellkern und haben eine feste formgebende Zellwand. Pilze sind keine Tiere und keine Pflanzen, führen keine Photosynthese durch und leben auf toten organischen Materialien. Deswegen wurde ein eigenes "Pilzreich" gegründet. 

 

Die Fortpflanzung erfolgt über Sporen, die auch Überdauerungorgane sind. Die Nahrungsaufnahme erfolgt über den Abbau von organischem Materialien in gelöster Form. Die unbedingte Wachstumsvoraussetzung für Schimmelpilze ist Feuchte. Ohne Feuchte ist ein Wachstum nicht möglich. Als Nahrung ist selbst Staub ausreichend! Weiterhin benötigen sie noch Stickstoff und Mineralien. Licht ist nicht unbedingt notwendig. Der ph-Wert kann durchaus zwischen 1-12 liegen.

 

Die meisten Pilze fühlen sich in den Temperaturbreichen (15°C bis 40°C (psychrophil bis thermotolerant)) wohl, die auch für den Menschen als "angenehm" zu beschreiben sind. Auch gibt es thermophile (Wärme liebende) Pilze bei denen ihr Optimum zwischen 40-50°C liegt. Die extreme Artenvielfalt (300.000 und mehr) entsteht durch die unterschiedliche Vermehrungsform von sexuell und asexuell. 

 

Die Schimmelpilze werden in drei Arten unterteilt. Jochpilze, Schlauchpilze und Ständerpilze. Die Schlauch- und Ständerpilze können in unterschiedlichen Formen vorliegen (sexuelle oder asexuelle Form). Gekennzeichnet wird dies durch unterschiedliche Namensgebung (sehr verwirrend).

 

Das Entwicklungsstadium und die Vermehrung von Schimmelpilzen geschiet nach der Auskeimung der Sporen. Während der Wachstumsphase sind die Schimmelilze meist unsichtbar, da Zellfäden (Hyphen) und Mycel (Pilzgeflecht) gebildet werden. Wenn das Nahrungsangebot und/oder die Feuchtigkeit zu- oder abnimmt, beginnt die Vermehrungsphase. Es bilden sich Fruchtkörper, aus denen die Sporen heraus wachsen. Während dieser Phase werden Farbstoffe eingelagert und der Pilz wird sichtbar.

 

Es liegen zwei Stoffwechselphasen bei den Schimmelpilzen vor. Bei der erste Phase (Primärstoffwechsel) geschieht die Nährstoffumwandlung. Dabei entsteht die Bildung von nicht sichtbarem Substratmycels. Es folgen die ersten Stoffwechselprodukte wie z.B. organische Säuren,Vitaminen und Enzyme. In der zweiten Phase (Sekundärstoffwechsel) wird die individuelle Form der Pilze ausgebildet. Das dabei entstehende Luftmycel wird farbig und der Pilz ist erkennbar. Jetzt ist die entgültige Gestalt der Pilze festgelegt und die Bildung von Antibiotika oder auch Mykotoxine (Pilzgifte) sind möglich.

Probenahme

Bei Schimmelpilzuntersuchungen gibt es im Wesentlichen drei verschiedene Möglichkeiten:

  • Materialuntersuchung
  • Luftuntersuchung
  • Staubuntersuchung

Die einzelnen Untersuchungen teilen sich in folgende Verfahren auf:

  • Klebekontaktprobe
  • Materialprobe
  • Luftkeimsammlung
  • Partikelsammlung
  • Abklatschprobe
  • Staubsammlung MVOC Messung (Micobial Volatile Organic Compounds) 

Alle Verfahren haben auch Vor- und Nachteile. Für die meisten Fälle ist die Klebekontaktprobe sowie die Materialprobe und auch die Luftkeimsammlung gut geeignet. Hierzu können Sie mich gern ansprechen.

 

Eine Beprobung ist Abhängig von der Summe der Befallsgröße. Sind die befallenden Stellen nicht größer als 20 cm², so ist eine Beprobung nicht zwingend erforgerlich. Sind die kontamenierten Flächen unter 0,5 m², ist eine Beprobung angeraten. Bei Flächen über 0,5m² ist auf jeden Fall eine Untersuchung notwendig.

 

Aus diesen Ergebnissen ist dann zu entscheiden, durch wen und wie die Entfernung erfolgen kann.

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